LOS-Newsletter 2/2006
Bundesprogramm "Lokales Kapital für soziale Zwecke" erhält neuen Schub
Staatssekretär Hoofe: "Kleine Projekte eröffnen benachteiligten Menschen Chancen am Arbeitsmarkt und stärken gleichzeitig die lokale Infrastruktur"
In der dazu erschienenen Pressemitteilung des BMFSFJ heißt es: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt das erfolgreiche Bundesprogramm "Lokales Kapital für soziale Zwecke" (LOS) fort. Das seit 2003 durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Programm soll benachteiligten Menschen helfen auf dem Arbeitsmarkt Tritt zu fassen und zugleich lokale Strukturen stärken. Am 1. Juli startete in bundesweit 281 Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf die vierte Förderperiode.
"LOS stärkt die Infrastruktur in Gebieten mit sozialen Problemen und setzt dabei auf die Integration von Menschen, die mangels ausreichender Qualifikation am Arbeitsmarkt wenig Chancen hatten. In 8800 Mikroprojekten haben schon mehr als 230.000 Personen bewiesen, dass der Ansatz von LOS richtig ist. Indem wir das Programm jetzt verlängern, erhalten wir erfolgreiche lokale Strukturen und Netzwerke", erklärte der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Gerd Hoofe. LOS leiste einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Beschäftigungsstrategie und der Lissabon-Strategie. Es sei geplant, auch in der kommenden ESF-Förderperiode (2007-2013) das Engagement in diesem Bereich fortsetzen, so Hoofe weiter.
LOS fördert mit bis zu 10.000 Euro lokale Mikroprojekte und kleine Initiativen in sozialen Problemgebieten. Träger wie örtliche Vereine, Kirchengemeinden, Unternehmen, Lehrstellenbündnisse oder auch Einzelpersonen beschäftigen bewusst Langzeitarbeitslose, benachteiligte Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie Ausbildungsplatzsuchende oder Berufsrückkehrerinnen, die es schwer haben, ohne Hilfe die Tür zum Arbeitsmarkt aufzustoßen. Über die Projektarbeit haben die eingesetzten Personen die Möglichkeit sich weiterzubilden und beruflich zu qualifizieren. Ihr Einsatz etwa für das lokale Kulturangebot oder Naturschutzvorhaben fördert nicht nur die berufliche und soziale Integration im direkten Lebensumfeld, er stärkt zugleich den Zusammenhalt der Menschen vor Ort.
Nähere Informationen zum Programm "Lokales Kapital für soziale Zwecke" (LOS) finden sich im Internet unter www.los-online.de .
Mit der Lissabon-Strategie soll die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt entwickelt werden. Erklärte Ziele der Gemeinschaft sind danach unter anderem nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen sowie einem größeren sozialen Zusammenhalt.
Ausschreibungen
Neuausschreibung des bundesweiten Integrationswettbewerbes "Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten durch bürgerschaftliches Engagement"
Mit einem bundesweiten Wettbewerb will die Stiftung Bürger für Bürger die Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten durch bürgerschaftliches Engagement fördern. In der bisherigen Praxis der Integrationsarbeit sind Migranten oft nur Objekte sozialer Arbeit und bürgerschaftlichen Engagements. Es kommt noch zu selten vor, dass Migranten selbstverständlich in gemeinnützigen Organisationen der Mehrheitsgesellschaft neben Einheimischen und Migranten aus anderen Ländern und Kulturen ehrenamtlich mitwirken. Mit dem bundesweiten Praxis- und Ideenwettbewerb soll auf eine positive Veränderung dieser Situation hingewirkt werden. Vorbildhafte Praxis und realisierbare innovative Ideen sollen mit dem Wettbewerb identifiziert, anerkannt bzw. ausgezeichnet und zur Nachahmung oder erstmaligen Realisierung angeregt werden.
Weitere Informationen unter der Rubrik „Fördermöglichkeiten“: http://www.buerger-fuer-buerger.de/index1.htm
Die Dokumentation zum letztjährigen Wettbewerb mit 181 Teilnehmern (Preisverleihung am 23.03.06 im Roten Rathaus in Berlin) finden Sie unter: http://www.buerger-fuer-buerger.de/content/ablage/Doku_Wettbewerb.pdf
Folgende Ausschreibungen sind dem Newsletter der BMFSFJ - Plattform „Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten“ (E&C) vom 10.07.2006 entnommen:
Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zielt darauf ab, Einrichtungen zu fördern, die die Möglichkeit zur vielfältigen Interaktion zwischen Menschen verschiedenen Alters bieten und helfen, die Generationenbeziehungen auch außerhalb der Familie neu zu gestalten. Die Antragsformulare werden in Kürze zusammen mit einem Förderleitfaden veröffentlicht. Die Eckpunkte des Aktionsprogramms sowie ein Konzeptpapier sind bereits erschienen.
Weitere Informationen: http://www.mehrgenerationenhaeuser.de
Mit dem Dieter Baacke Preis zeichnet die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bundesweit beispielhafte Projekte aus, die in der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit entstanden sind. Gesucht werden Initiativen oder Einzelpersonen, die innovative, originelle oder mutige Projekte zur Förderung einer pädagogisch orientierten Medienkompetenz durchführen. Bewerben können sich Projekte, außerschulische Träger (z.B. Jugendzentren, Kindergärten, Träger der Jugendhilfe oder Familienbildung, Medienzentren und Medieninitiativen) und Kooperationsprojekte zwischen schulischen und außerschulischen Trägern. Bewerbungsschluss ist der 31. August 2006.
Weitere Informationen: http://www.gmk-net.de/wettbewerb/dieter_baacke_preis.php
Mit dem Förderpreis „Pro Ehrenamt“ werden Menschen ausgezeichnet, die sich um Ehrenamt im Sport verdient gemacht haben. Der Preis des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Commerzbank wird dieses Jahr erstmals in Kooperation mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) vergeben. Verliehen wird der Förderpreis seit 2000 jährlich an Persönlichkeiten und Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Medien, die sich vorbildlich für das Ehrenamt im Sport einsetzen und günstige Rahmenbedingungen für die Ehrenamtlichen schaffen. Bewerbungsschluss ist der 15. September 2006.
Weitere Informationen: http://www.ehrenamt-im-sport.de/index.php?id=1039
Der Förderwettbewerb der Robert-Bosch-Stiftung „LISA – Lokale Initiativen zur Integration junger Spätaussiedler in Ausbildung und Beruf“ soll positive Beispiele aktivierender lokaler Praxis in der Berufsorientierung und der Ausbildung stärken und verbreiten. Ziel ist es, junge Spätaussiedler/innen dabei zu unterstützen, ihr Potential und ihre Kompetenzen noch erfolgreicher für sich und die Gesellschaft einzubringen. Bewerben können sich Netzwerke in Kommunen und Landkreisen. Für zwei Jahre stehen erneut bis zu 800.000 Euro zur Unterstützung von Praxisprojekten in bis zu zehn Netzwerken zur Verfügung. Einsendeschluss ist der 9. September 2006.
Weitere Informationen: http://www.bosch-stiftung.de/lisa
Unter dem Motto „Angefragt. Angestiftet. Mitgemacht.“ vergibt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) insgesamt 10.000 Euro Preisgeld für besonders innovative Öffentlichkeits- und PR-Arbeit von Freiwilligenagenturen. Gefragt sind ideenreiche und wirksame Projekte, die Menschen ansprechen und sie zum Mitwirken im Gemeinwesen bewegen. Bis zum 31. Juli 2006 können sich die rund 200 Freiwilligenagenturen in Deutschland an der Ausschreibung beteiligen. Auch ein „start up“- Preis ist dabei – für eine Projektidee, die noch in Planung ist.
Weitere Informationen:http://www.bagfa.de
Junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren, die eine pfiffige Idee für ein Engagement in der Gesellschaft haben, können sich jetzt für die zweite Runde der „Civil Academy“ bewerben, einem Kooperationsprojekt des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der deutschen BP. 24 Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten in dem Trainingsprogramm die Möglichkeit, ihre Projektidee zu konkretisieren und weiter zu entwickeln. Dabei werden Themen wie Projektplanung und -management, Mittelakquisition und Netzwerkarbeit erörtert und erprobt. Engagierte junge Erwachsene können sich bis 4. August 2006 mit Projekten aus allen Bereichen gesellschaftlichen Engagements bewerben.
Weitere Informationen: http://www.b-b-e.de
Sonstiges
Auf Beschluss des 6. Deutsch-Französischen Ministerrats vom 14. März 2006 „Europa der Chancengleichheit – Integration ist Zukunft“ ist für das Jahr 2006 der Start einer Initiative zum Austausch deutscher und französischer Fachkräfte aus den Bereichen Stadtentwicklung, Jugend und Soziales sowie eine Best-Practice-Konferenz geplant. Der Austausch über Programme und Reformvorhaben zielt darauf, die Chancen benachteiligter junger Menschen zu verbessern.
Weitere Informationen:http://www.eundc.de/download/europa_chancengleichheit.pdf sowie http://www.deutschland-und-frankreich.de/public/index.php
Die Europäische Kommission wird ab 2007 bis 2013 ein neues Programm „Bürger/innen für Europa“ durchführen. Damit wird die Förderung einer aktiven europäischen Bürgerschaft fortgesetzt. Die Förderung soll in drei Bereichen gewährt werden. Im Bereich „Aktive Bürger/innen für Europa“ sollen unter anderem Städtepartnerschaften gefördert werden. Im Bereich „Aktive Zivilgesellschaft in Europa“ sollen Einrichtungen und Gruppen bei EU weiten Projekten unterstützt werden. Im Bereich „Gemeinsam für Europa“ werden öffentlichkeitswirksame Maßnahmen gefördert.
Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/activecitizenship/new_programme_de.htm
Die EU-Website „Die Europäische Kommission und die Zivilgesellschaft“ enthält eine eigene Datenbank zu „Organisationen der Zivilgesellschaft“. Die Datenbank CONECCS geht auf die Verpflichtung der Kommission zurück, ihre Konsultationsverfahren transparenter zu gestalten. Interessierte Organisationen können sich für eine Aufnahme in die Datenbank melden. Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/civil_society/coneccs/index_de.htm
Jugendliche, die sich in Projekten international engagieren, können ab sofort das Zertifikat „Nachweise International“ erhalten. Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) initiierte Zertifikat soll den Jugendlichen Vorteile beim Berufseinstieg bringen. Das erste von drei Zertifikaten liefert Hinweise über das Projekt, das zweite über das Tätigkeitsgebiet der Jugendlichen und das dritte über persönliche Fähigkeiten der Teilnehmenden. Koordiniert wird das Projekt durch den Internationalen Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) e.V.
Weitere Informationen: http://www.open-the-world.net
Impressum
Herausgeber: Regiestelle LOS
Redaktionsschluss: 25.07.2006
regiestelle@los-online.de I www.los-online.de
|